Am Dienstag, 4. November 2025, trafen sich die Mitglieder des Wirtschaftsforums Uster (WFU) bei der Uster Technologies AG in Uster.
Der Rahmen hätte passender kaum sein können: Uster Technologies feiert 2025 sein 150-Jahr-Jubiläum – eine Erfolgsgeschichte vom lokalen Mechanikbetrieb zum globalen Unternehmen für textile Qualitäts- und Automationslösungen. Die WFU-Mitglieder erhielten exklusiven Einblick in die eigens kuratierte Jubiläumsausstellung.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das Gast-Referat von Jeff Tomlinson zu seinem Buch «Blindes Vertrauen». Offen und berührend schilderte er, wie er über Monate fast ohne Sehvermögen coachte – eine Tatsache, die er lange vor der Öffentlichkeit verbarg. Dank absolutem Vertrauen in seinen Staff und die Verantwortlichen des EHC Kloten gelang es ihm dennoch, sein Team erfolgreich zu führen. Sehr beeindruckend!
Der Abend verband zwei Erzählungen, die zeigen, was Erfolg ausmacht. 150 Jahre Innovationskraft von Uster Technologies geprägt von Präzision, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit sowie Tomlinsons Geschichte von Mut, Teamgeist und Vertrauen. Gemeinsam zeigen sie, wie Spitzenleistung entsteht: durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, einander vertrauen und konsequent Exzellenz anstreben.
Herausforderungen und Chancen im digitalen Zeitalter
Am WFU Top Anlass vom 16. September 2025 im Stadthofsaal Uster beleuchtete Dr. Patrick Rademacher, Chief Strategy und Innovation Officer bei Ringier Medien Schweiz, die tiefgreifenden Veränderungen in der Medienwelt. Unter dem Titel «Herausforderungen und Chancen im digitalen Zeitalter» zeigte er eindrücklich, wie die Digitalisierung, soziale Medien und insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) die Branche prägen.
Rademacher führte aus, dass Medienunternehmen heute in einem Umfeld agieren, in dem ein grosser Teil der Werbeeinnahmen an internationale Distributoren wie Google, Meta oder Amazon fliessen. Klassische Einnahmequellen wie Anzeigen sind weitgehend weggebrochen – Medienhäuser sind nun stärker auf Abonnements und Einzelverkäufe angewiesen.
Seit 2007 hat sich Ringier von einem fast vollständig analogen zu einem zu 80 Prozent digitalen Unternehmen entwickelt. Rademacher sprach vom Übergang von der digitalen Transformation hin zur Transformation des Digitalen. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: Mit dem rasanten Aufstieg von ChatGPT (100 Millionen Nutzer in nur zwei Monaten) sei klar, dass der Umgang mit KI über den Erfolg von Medienunternehmen entscheiden wird.
Dabei stellen sich dem Referenten als Geschäftsleitungsmitglied des europäisch tätigen Medienunternehmens entscheidende Fragen:
• Was ist echt und was nicht?
• Wie nutzen wir KI sinnvoll für unsere Inhalte?
• Werden unsere Inhalte im Netz überhaupt noch gefunden, wenn Google zunehmend von einer Such- zu einer Antwortmaschine wird?
Als praktisches Beispiel stellte Rademacher den «Beobachter»-Chatbot vor, der das klassische Abo-Angebot durch einen KI-gestützten Service ergänzt.
Trotz aller Chancen bleibt die Medienbranche unter Druck: Print verliert weiter, digitale Angebote stehen in harter Konkurrenz – und der Aufbau neuer Geschäftsmodelle erfordert hohe Investitionen. Um ein nachhaltiges Mediensystem sicherzustellen, brauche es gemeinsame Anstrengungen: Werbeauftraggeber, die bewusst Qualitätsjournalismus unterstützen, Nutzerinnen und Nutzer, die bereit sind zu bezahlen, sowie eine Politik, die für eine faire Abgeltung von Urheberrechten sorgt.
Der Abend machte deutlich: Die Medienwelt steht an einem Wendepunkt – die KI-Revolution ist Herausforderung und Chance zugleich.
Das Wirtschaftsforum Uster fordert den Stadtrat auf, das Projekt zu sistieren und eine Neubeurteilung nach Festsetzung des Richtplans vorzunehmen. Insbesondere ist nach Festsetzung des Richtplans, unter Berücksichtigung allfälligen Anpassungen aufgrund den Projektperimeter betreffenden Anträgen, aufzuzeigen, welche Auswirkungen das autofreie Zentrum und Projekte in unmittelbarer Umgebung (Bahnhofzentrum, Tannenzaunstrasse etc.) auf die Verkehrsführung, die Parkplatzsituation und das Gewerbe haben. Konkret ist auch aufzuzeigen, wie diese Zentrumsumgestaltung (im erweiterten Zusammenhang) der lokalen Wirtschaft zugutekommt.
Am 7. Juli 2023 hat sich das Wirtschaftsforum Uster bereits zum Vorprojekt geäussert. Dieses Schreiben liegt bei und ist integraler Bestandteil dieser Eingabe.
Das Wirtschaftsforum Uster sieht sich für die Eingabe legitimiert. Wir vertreten die Interessen unserer über 220 Mitglieder. Weiter ist die Stadt- und Zentrumsentwicklung ein Kernanliegen des WFU. So hat es 2012 die Projektstudie «Ein attraktives Zentrum für Uster» erstellen lassen, den Businessplan für «Herzkern» erarbeitet und im Rahmen dutzender Anlässe zur Ideen- und Lösungsfindung sowie Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Bevölkerung beigetragen.
Bereits im Schreiben vom 7. Juli 2023 monierten wir, dass aus den Unterlagen nicht hervorgeht, wie die Wirtschaft profitiert, wie der Planperimeter in angrenzende Projekte integriert wird und wie eine Gesamtsicht des Zentrums aussehen würde. Diese dannzumal eingebrachten Fragen sind nach wie vor gar nicht oder nur unzureichend beantwortet. Der Fokus auf das Projekt ist nach wie vor fast ausschliesslich der Strassenraum und es erschliesst sich daraus nicht, worin die Aufwertung für die Wirtschaft (kommerzielle Nutzung) liegt. Das Projekt konzentriert sich weiterhin fast nur auf Beschattung, grüner Stadtgarten, Wasserwege und Schwammstadt. Versickerungsfreundliche Alternativen zu Kieshöfen, chaussierte- und Ruderalflächen, welche eine gute kommerzielle Nutzung zuliessen, finden in den Unterlagen weiterhin kaum Erwähnung.
Die Interessenslage unserer Mitglieder wurde Mittels einer Umfrage im Jahr 2023, in enger Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverband Uster (GVU) und dem Verein Herzkern erhoben (siehe Beilage). Das waren die Resultate im Überblick:
- Über 180 Teilnehmende (Unternehmen und Einzelpersonen)
- Über 60 Prozent der teilnehmenden und fast 73 Prozent der direktbetroffenen Unternehmen lehnen eine Fussgängerzone auf den zentralen Abschnitten der Gerichts- und Webernstrasse in Uster ab.
- Rund 50 Prozent der teilnehmenden und fast 70 Prozent der direktbetroffenen Unternehmen sehen keine Belebung des Zentrums durch eine solche Zone.
- Nur 3.8 Prozent der teilnehmenden – und kein einziges der direktbetroffenen – Unternehmen erachteten die Aktionswochen «Zentrum zum Sii» (Testphase Sperrung Stadtzentrum im zentralen Bereich der Webern- und Gerichtsstrasse für den MIV vom 3.-17.6.23) als erfolgreich.
In der Stellungnahme vom 7. Juli 2023, welcher obige Rückmeldungen zu Grunde liegen, forderten wir den Stadtrat auf, folgendes zu berücksichtigen:
- Das «Attraktives Stadtzentrum» in einem übergeordneten Gesamtkonzept darzustellen.
- Aufzuzeigen, wie die Aneignung der Aussenräume durch die Gastronomie umgesetzt werden kann. Insbesondere auch in Bezug auf die vorgesehenen Bodenbeschaffenheiten etc.
-> fehlt
- Die betroffenen Gewerbetreibenden ins Projekt miteinzubeziehen um mehr Akzeptanz zu erreichen und aussichtsreiche Lösungen zu erarbeiten.
-> Die Dialoganlässe wurden durchgeführt (danke), viele Fragen blieben jedoch offen (auch in der Nachbearbeitung) und es wurde verpasst, auf die Anliegen soweit einzugehen, dass eine höhere Akzeptanz des Projekts erreicht werden konnte.
- Die Zugänglichkeit der Post und weiteren Läden nicht zu erschweren.
-> nicht / unzureichend berücksichtigt
- Kein Abbau der Parkierungsmöglichkeiten in Gehdistanz zu den Detaillisten, Dienstleistern und Gastrobetrieben.
-> nicht / unzureichend berücksichtigt
Aus unserer Sicht fehlt ein übergeordnetes Gesamtkonzept, welches weitere anstehende Projekte (Bahnhofzentrum, Tannenzaunstrasse etc.) berücksichtigt, für die Erreichbarkeit des erweiterten Zentrums, die Parkierungsmöglichkeiten und die einhergehenden Auswirkungen auf das Gewerbe. Die konsultierten Unternehmen haben in diesem Zusammenhang, auch nach den Dialoganlässen, offene Fragen und verspüren eine Unsicherheit.
Folgende Eingaben reichen wir ein:
- In Analogie zur Stellungnahme vom 3. Juli 2023 fordert das WFU den Stadtrat auf, in diesem Stadium auf die Umsetzung des Projekts zu verzichten. Ist der Stadtrat trotzdem der Meinung, die Umsetzung voranzutreiben, ist das Projekt zu überarbeiten, in ein Gesamtkonzept einzubetten und die Auswirkungen auf das Gewerbe aufzuzeigen
- Die geplante Aufhebung der oberirdischen Parkplätze bei der Post auf der Seite der Webernstrasse wird nicht in Gehdistanz kompensiert. Diese Parkplätze sind bereits heute stark genutzt und für Personen mit eingeschränkter Mobilität essenziell. Deshalb soll eine gleichwertige Anzahl oberirdischer Parkplätze rund um das Postgebäude sichergestellt und ein barrierefreier Zugang gewährleisten werden.
- Die Tannenzaunstrasse ist als Verkehrsachse und wegen ihrer Parkplätze für das Gewerbe und die ansässigen Dienstleister (auch ausserhalb des zu eng gefassten Projektperimeters) sehr zentral. Durch die Sperrung der Webernstrasse und den Wegfall der Postparkplätze ist ein Anstieg des Verkehrs (und damit einhergehend ein potentieller weiterer Abbau von Parkierungsmöglichkeiten) auf dieser Strasse zu erwarten. Auswirkungen künftiger Projekte wie das Bahnhofzentrum (Umgestaltung Busbahnhof sowie ggf. ein weiterer Wegfall von Parkierungsmöglichkeiten an der Bankstrasse) bleiben unklar und verunsichern die ansässigen Unternehmen. Deshalb soll der Projektperimeter auf die Tannenzaunstrasse ausgeweitet werden. Es ist aufzuzeigen, wie Verkehrsfluss, Parkierung, Anlieferung und Besucherzufahrten künftig geregelt sind. Zufahrten für Zubringerdienst, für den Güterumschlag und für die Besucher sind jederzeit zu gewährleisten. Auf ein beidseitiges Trottoir kann gegebenenfalls verzichtet werden.
Ein lebendiges Zentrum braucht auch ein aktives Gewerbe. Dieses benötigt eine gute Erreichbarkeit und funktionierende Rahmenbedingungen. Insbesondere auch die Planungssicherheit hat einen hohen Stellenwert und ist aktuell so nicht oder nur sehr eingeschränkt gegeben.
Wir fordern den Stadtrat somit auf, unsere Eingabe und die darin angebrachten Anliegen ernsthaft zu berücksichtigen und ein Projekt mit höherer Akzeptanz in der Wirtschaft aufzulegen. Wir zählen dabei auch darauf, dass der Stadtrat interessiert im Dialog mit den Vertretern der Wirtschaft bleibt.
Im Namen des Vorstandes
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| Jan Schibli Präsident | Gianluca Di Modica Mitglied Vorstand |
24.03.2026 – 52. WFU TOP ANLASS
12.05.2026 – 33. WFU GV
15.09.2026 – 53. WFU TOP ANLASS
03.11.2026 – 23. WFU INSIDE ANLASS
23.03.2027 – 54. WFU TOP ANLASS
WFU-Mitglied: Das WFU wünscht sich eine lebendige, aktive Stadt Uster. Mit einer zukunfts-weisenden Stadtentwicklung, einer starken Stadtidentität und nachhaltigem Städtebau. Der Vorstand des WFU arbeitet ehrenamtlich. Die zur Verfügung stehenden Mittel werden für Projekte zur Standortförderung sowie für wirtschaftsrelevante Anlässe und Networking eingesetzt. Werden Sie jetzt Mitglied und gestalten Sie die Zukunft von Uster aktiv mit.
Uster verfügt heute über einen Arbeitsplatz pro zwei Einwohnende. Gemäss dem 2019 vom Stadtrat verabschiedeten Stadtentwicklungskonzept (STEK) soll dieses Verhältnis auch bei einer Zunahme der Wohnbevölkerung beibehalten werden. Uster soll damit ein attraktiver Arbeitsplatzstandort bleiben. Das WFU unterstützt diese Zielsetzung und vertritt dazu die Interessen der ansässigen Unter-nehmen gegenüber der Stadt Uster.
Zur Unterstützung der Zielerreichung vertritt das WFU die nachfolgenden Handlungsrichtlinien und Positionen.
Anlässlich der 32. ordentlichen Generalversammlung des Wirtschaftsforums Uster (WFU), die am 20. Mai 2025 im Bildungszentrum Uster stattfand, bestätigten die Mitglieder Vorstand in leicht veränderter Zusammensetzung für eine weitere Amtsdauer. Um die WFU-Anlässe weiterhin in gewohnt hoher Qualität durchführen und gezielt in stadtentwicklungsnahe Projekte investieren zu können, wurden die Mitgliederbeiträge moderat erhöht.
Nach sieben Jahren im Vorstand trat Marcel Rieder, zuständig für Anlässe und Kommunikation, zurück. Präsident Jan Schibli würdigte seine engagierte Arbeit im Dienste des WFU. Nicht zuletzt hat er mit seiner offenen und herzlichen Art deutliche Spuren hinterlassen. Neu wurde Claude Giger in den Vorstand gewählt. Giger wohnt und arbeitet in Uster und ist Geschäftsführer der DMEN Development AG, einem Projektentwicklungsunternehmen im Immobilienbereich.
Der Vorstand des WFU setzt sich wie folgt zusammen:
Jan Schibli, Präsident
Patrick Borer, Vizepräsident
Gabriela Battaglia, Anlässe
Gianluca Di Modica, Politik
Claude Giger, neu seit GV 2025
Fritz Kunz, Kassier
Gian Ryffel, Mitglieder
Richard Sägesser, Projekte
Otto Schlosser, Bildung
Im Jahresbericht 2024 hob Präsident Jan Schibli die Stabilität der Schweizer Wirtschaft hervor, die sich trotz geopolitischer Unsicherheiten robust zeigte. Das WFU setzte inhaltliche Akzente mit Veranstaltungen zu Wirtschaftsprognosen, Digitalisierung und Stadtentwicklung. Zudem positionierte sich das WFU in lokalen politischen Debatten wie zur Schuldenbremse-Initiative und zur Richtplanrevision.
Um auch künftig wirkungsvoll in Projekte der Standortförderung, in wirtschaftsrelevante Veranstaltungen und in nachhaltige Stadtentwicklung investieren zu können, beantragte der Vorstand den Mitgliedern eine Anpassung der Jahresbeiträge (Erhöhung um 50 Franken für Einzelmitglieder, 100 Franken für Unternehmen). Die Mitglieder folgten dem Antrag einstimmig.
Das WFU wird sich auch im neuen Vereinsjahr für gute unternehmerische Rahmenbedingungen in der Stadt Uster einsetzen. Dies im Dialog mit den wesentlichen Akteuren – Als Bindeglied zwischen Wirtschaft, Politik und Bevölkerung.
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Schweizer Rüstungschef plädiert in Uster für eine starke Schweizer Rüstungsindustrie
Am 50. Top Anlass des Wirtschaftsforums Uster (WFU) zeichnete Rüstungschef Urs Loher ein düsteres Bild der Schweizer Verteidigungsindustrie. Während weltweit die Rüstungsproduktion hochgefahren wird, sinken die Kapazitäten in der Schweiz. Die Armee sei nicht ausreichend ausgerüstet, ihr fehle es an Munition und Durchhaltefähigkeit.
Als weiteres Problem benannte er die mangelnde Verlässlichkeit der Schweiz als Rüstungspartner. Aufgrund strikter Exportbestimmungen würden Schweizer Rüstungsgüter im Ausland zunehmend gemieden. So verhindern Schweizer Gesetze die Weitergabe von in der Schweiz produzierter Munition an die Ukraine, was die Schweizer Rüstungsindustrie unter Druck setze. Die aktuelle Neutralitätspolitik und die damit verbundenen Exportbeschränkungen sind derzeit Gegenstand politischer Diskussionen im Bundesparlament.
Loher forderte angesichts der Herausforderungen eine Neuausrichtung: Die Schweiz müsse ihre Rüstungsindustrie wieder stärken, insbesondere in Schlüsseltechnologien wie Drohnen, künstlicher Intelligenz, Robotik und Munitionsproduktion. Denn letztlich sei eine gut ausgerüstete und einsatzfähige Schweizer Armee entscheidend, um Sicherheit und Souveränität des Landes zu gewährleisten.
Nach einem spannenden Referat und einer lebhaften Diskussionsrunde klang der Abend bei einem Apéro aus. Das WFU wird auch in Zukunft aktuelle und wirtschaftsrelevante Themen aufgreifen und damit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eine bedeutende Plattform bieten.





