APV
Abstellplatzverordnung

Medienmitteilung des Wirtschaftsforums Uster (WFU) und des Gewerbeverbandes Uster (GVU)

Das Wirtschaftsforum Uster (WFU) und der Gewerbeverband Uster (GVU) wehren sich gegen die vom Stadtrat vorgelegte neue Abstellplatzverordnung (APV). Der Anspruch für Mitarbeiterparkplätze würde damit für Ustermer Betriebe um 30 bis 50% reduziert. Das ist zu viel! Ausbau und Neuansiedlung von Betrieben in Uster wäre damit gefährdet. Die Verbände fordern eine Korrektur.

Die beiden Verbände äussern Kritik an der neuen Abstellplatzverordnung. Dass die bestehende Parkplatzverordnung überarbeitet werden muss, ist unbestritten. Dass dies gleichzeitig und somit unkoordiniert mit dem Stadtentwicklungs- und –planungsverfahren Stadtraum 2035 erfolgt, ist unverständlich. Die neue APV als Teil der Zonenordnung greift hier vor. Die Auswirkungen neuer Mobilitätsformen bleiben damit unberücksichtigt.


Massive Reduktion bei den Mitarbeiterparkplätzen

Der Hauptkritikpunkt von WFU und GVU betrifft die Auswirkungen der APV auf die Mitarbeiterparkplätze. Die beiden Verbände haben in diesem Sommer mit einer Umfrage unter ihren Mitgliedern die Auswirkungen der neuen Verordnung anhand von konkreten Beispielen ermittelt. Die Ergebnisse sind aus Sicht der Wirtschaftsvertreter besorgniserregend: je nach Reduktionsgebiet wäre mit einer Reduktion um bis zu 50% zu rechnen. Die gute öV-Erschliessung von Uster ändert nichts am Umstand, dass zahlreiche Angestellte von Ustermer Betrieben in der eher ländlich geprägten Umgebung wohnhaft sind, die weit weniger gut mit dem öV erschlossen ist. Der Arbeitsweg würde sich für diese Personen zwangsläufig deutlich verlängern, wenn Sie mit dem öV anreisen müssten. Uster würde als Arbeitsstandort an Attraktivität verlieren.


Rechtsunsicherheit hemmt Investitionen

Eine solche neue Regelung führt in einer Übergangsphase zwangsläufig zu Rechtsunsicherheit bei Investoren. Aufgrund der Bestandesgarantie bleiben bestehend Parkplätze zwar erhalten. Aber nur im Prinzip. Denn bei Umbauten kommen die neuen Vorschriften zur Anwendung. Das schafft kein Vertrauen in eine solche neue Regelung und führt zu Unsicherheiten. Langwierige Rechtsstreitigkeiten wären die Folge, was für den Wirtschaftsstandort Uster nachteilig.


Nachhaltige Mobilität ja – aber nicht einseitig zu Lasten der Wirtschaft

Das WFU setzt sich seit jeher für eine in jeder Hinsicht nachhaltige Entwicklung unserer Stadt ein. Die Zielsetzung der APV, eine umwelt- und siedlungsverträglichere Abwicklung des Verkehrs zu unterstützen, ist nachvollziehbar. Die Verkehrsprobleme werden aber nicht mit einer einseitigen Reduktion von Mitarbeiterparkplätzen zulasten der Ustermer Betriebe gelöst. Das ist Augenwischerei. Uster ist nur dann finanziell gesund und als regionales Zentrum attraktiv, wenn sich die Betriebe in Uster entwickeln und wenn neue Betriebe angesiedelt werden können. Das WFU und der GVU erwarten vom Gemeinderat, dass die Benachteiligung der Ustermer Betriebe korrigiert wird. Gegen die jetzt vorliegende APV würden die Verbände das Referendum ergreifen bzw. ein aus dem Rat erhobenes Referendum unterstützen.


AvU-Artikel vom 23. Januar 2019

Quelle: züriost.ch